2. Experimentiertag der Physik

 

artikel physiktag 2017 mitwirkende
v.l.n.r.: Hr. Dr. Möller (FZ Jülich), Herr Resvoll (Thusnelda Gymnasium), Sara Schulz (DPG), Simon Hütz (RWTH Aachen), Jan Niklas Held (RWTH Aachen), PD Dr. Rochus Klesse (Universität Köln).

Auch in diesem Jahre machte ein zunächst sehr unscheinbarer Herr den Anfang, Herr Möller vom Forschungszentrum Jülich. Kaum fing er an von seiner Tätigkeit zu berichten, umgab ein Hauch von Begeisterung den Saal. Nun, das ist wissenschaftliche Neugier!

Doch zurück zu den Schattenseiten des Lebens. Ziel: Physiker. Wie sieht es aus?

Glücklicherweise wurde Linderung verschafft. Eine kompetente, ausführliche und sehr informationsreiche Beschreibung von Berufs- und Studiermöglichkeiten für Physiker, natürlich alle durch profunde Daten unterstützt, erlaubte es Herrn Möller die Herzfrequenz der Big-Bang-Theory-Fans zu senken. Es sieht gar nicht so übel aus! Die unglaubliche Reichweite der Physik schlägt sich in den Berufschancen nieder; überall gebraucht, kaum vorhanden.

Zu Ehren der großen Gesichter dieser Disziplin werden Alt und Jung in vier Gruppen gespalten und dürfen sich den etwas aufregenderen Experimenten widmen.

1.Vorlesung: Glimmentladung, Professor: Herr Dr. Sören Möller.

Was den Menschen schon seit Urzeiten begeistert, ist das Feuer oder jede andere Art von Leuchterscheinung. Das äußerst diffizile Experiment bedarf spezieller Geräte, die sich nicht in jedem Haushalt finden. Dies ahnend hat Herr Möller gleich den ganzen Apparatus aus dem Forschungszentrum mitgebracht. Betrachtet wird, wie ein elektrischer Strom die Luft so enorm erregt, dass sich die Elektronen vom Atomkern lösen und sich ein Plasma einstellt. Eine Aurora borealis im Physikraum!

Nächste Station: Bierschaum. Herrn Deuster anzutreffen war keine große Überraschung.

Alles hätten sich die bierbrauenden Mönche vorstellen können, aber Bruder Ignatius rechnete gewiss nicht damit, dass mit seinem Malzbier der radioaktive Zerfall simuliert werden soll.

Arbeitsteilig wird die Höhe des Malzbierschaumes im Gefäß gemessen und graphisch dargestellt. Wer hätt‘s gedacht? - Eine e-Funktion.

Die Welt ist im Wandel begriffen – die Digitalisierung klopft an die Tür. Auch das Schulsystem kommt den Kindern entgegen, die heute unmittelbar nach der Entbindung von ihrer Mutter auf kostspieligen Geräten herumtippen.

Pfiffig ist die Überlegung für Messungen die im Mobiltelefon eingebauten Sensoren zu benutzen. Unterschiedlichste Phänomene – Beschleunigungen, Zentrifugalkräfte, Magnetfelder – konnten mittels der phyphox-Applikation experimentell bestimmt werden. Angeleitet wurden die Experimente von Simon Hütz und Jan Niklas Held von der RWTH Aachen. Hierbei kamen auch äußert unkonventionelle Gerätschaften wie Salatschüsseln zum Einsatz.

Zurück in der Aula klang die Aufregung über die Experimente allmählich wieder ab und wich schließlich der Aufmerksamkeit. Die Bühne gehört Herrn Dr. Klesse, einem Dozenten der Physik der Universität zu Köln.

Mehr als Dozent ist er jedoch ein Physiker, also ein Philosoph, der danach strebt die Natur zu ergründen. Mit entsprechendem Elan tat er die unzähligen Aspekte, die die Natur auch nach jahrhundertelanger Forschung für sich behält, kund und verwies auf entsprechenden Bedarf an Nachwuchs für die Physik. Nur mit einem physikalischen Grundverständnis gelingt es, die Natur zu begreifen. Kein Wunder, der Name jener Disziplin leitet sich nicht umsonst vom griechischen φύσις (dt. Natur) ab.

Auch die Studenten, die so freundlich waren die Veranstaltung zu besuchen, merkten also an: Vorsicht! Es muss viel Muße geopfert werden, doch wer unumstößlich fortschreitet, den erwartet eine befreiende Erleuchtung. Sollte das mathematische Know-how fehlen, kann das fatal sein. Aber nette Dienste wie der Online-Mathe-Brückenkurs bieten kostenlos eine Möglichkeit Lücken zu schließen. Nur Mut!

Wie Kant schon sagte: „sapere aude“ - bediene dich deines Verstandes. Nicht zufällig entsprang die Aufklärung den Laboren der Naturwissenschaftler. Deutschlands wichtigste Ressource ist Bildung, denn unsere Erdölvorkommen sind bekanntlich begrenzt.

Frau Schulz vor der DPG stellte zudem das an unserer Schule durchgeführte Projekt „Physik für Flüchtlingskinder“ vor, bei dem auch zahlreich Schülerinnen und Schüler als Helfer eingesetzt werden. Ein großer Dank an dieser Stelle an die Helferinnen und Helfer.

artikel physikatag 2017 Gewinner Einstein Award
v.l.n.r.: Berke Öztürk, Oliver Zarek (beide Q1-LK), Leander Ley, Finn Remus (beide 9b)

Zu guter Letzt wurden die Sieger gekoren, die imstande waren das den Tag begleitende Quiz erfolgreich zu bewältigen. Wir gratulieren Berke Öztürk, Oliver Zarek (beide Q1, Physik-LK) sowie Leander Ley und Finn Remus (beide 9b) als Preisträger beim 2. Experimentiertag der Physik!

Mundo physicæ futurum aureum imminet!

 

Akkoyun, Mert Can Q1

Bilder: KOH