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Lebensspuren- Schüler*innen werden zu Chronisten mündlich überlieferter Migrationsgeschichte

Eine Projektinitiative der Langen Tafel und des Städtischen Gymnasiums Köln Deutz.

Im Juni und Juli 2020 nahm die Klasse 8b an dem Projekt „Lebensspuren“ teil, in dem die Schüler*innen in Kooperation mit dem „Anderen Volkstheater“ und dem Konzept der Erzählinszenierung, Zeitzeugen befragten und biografische Geschichten als lebendige Erinnerungskultur zur Migration und Einwanderung von 1945 bis heute, verschriftlichten. 

Am 26. Oktober feierten wir, leider sehr eingeschränkt und unter Berücksichtigung der entsprechenden Coronabedingungen, nun auch den Projektabschluss, indem das Engagement der Schülerinnen und Schüler gewürdigt wurde. 

Unter dem Titel „Lebensspuren“ lenkte die Klasse 8b dabei ihre Aufmerksamkeit auf die gelebte Geschichte und biografischen Herausforderungen, die auch in diesem ereignisreichen Jahr 2020 ihre Anerkennung verdienten. 

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Ausgangspunkt für das Projekt war die Kooperation mit Isabella Mamatis, die seit 2006 in Berlin kulturelle Bildungsangebote umsetzt. Sie motiviert junge Menschen dazu, sich mit ihren familiären Migrationsgeschichten zu beschäftigen, diese nieder zu schreiben und abschließend im öffentlichen Raum zu präsentieren. Dafür gründete sie die Initiative www.denk-mal-für-migration. 

Die Lange Tafel steht hierbei für Kunst und Kommunikation im öffentlichen Raum im Interesse einer Friedensbringenden Botschaft und ist bereits weltweit zwischen Deutschland, Kalifornien, Indien, Burkina Faso, und dem Iran vertreten.  In diesem Jahr kamen die Städte Frankfurt und Köln hinzu.

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Migration stellt eine der größten gesellschaftspolitischen Herausforderungen dar. Insbesondere diejenigen Menschen, die sich aus existentiellen Gründen auf dem Weg machen (müssen), tauschen die eine ungewisse Zukunft gegen die andere. Welche gesundheitlichen, psychologischen, wirtschaftlichen, kulturellen und familienbiografischen Erlebnisse sie dabei machen, ist komplex und zutiefst persönlich. Gleichzeitig gibt es eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung, diese Hintergründe zu verstehen, um dort zu unterstützen wo Hilfe oder manchmal auch nur ein Bewusstsein notwendig wird.
So wollten wir einen Raum schaffen, um persönliche Erfahrungen familiäre Hintergründe und Geschichten zu erzählen. Dabei stand der individuelle Ansatz des Interviewenden im Fokus. 

Der Titel „Lebensspuren“ bot ein breites Spektrum an Assoziationsmöglichkeiten, um selbstbestimmt eine Geschichte zu erzählen und ausgestalten zu können.

Da während der Corona Pandemie nur eingeschenkt Kontakte mit Großeltern gepflegt werden konnten, bot das Projekt eine alternative Möglichkeit zum Austausch der Generationen.

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Sabine Steinmann